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Kultur museumkrems

Julia Bugram überzeugt das Publikum

Künstlerin erhält den Erich Grabner Publikumspreis 2026

21.09.2026
Julia Bugram wird mit dem Erich Grabner Publikumspreis 2026 ausgezeichnet.
Elisabeth Kreuzhuber (Kulturgemeinderätin), Hannelore Grabner (Witwe von Erich Grabner, ehemaliger Bürgermeister der Stadt Krems, nach dem der Kunstpreis benannt ist), Gregor Kremser (Leiter Kulturamt und museumkrems), Julia Bugram (Gewinnerin des Publikumspreises 2026), Doris Denk (Bereichleiterin für Bildung, Kultur und Tourismus) und Bürgermeister Peter Molnar © Stadt Krems
Julia Bugram wird mit dem Erich Grabner Publikumspreis 2026 ausgezeichnet. © Stadt Krems
Doris Denk (Bereichslleiterin für Bildung, Kultur und Tourismus der Stadt Krems) und Hannelore Grabner (Witwe von Erich Grabner, ehemaliger Bürgermeister der Stadt Krems, nach dem der Kunstpreis benannt ist) © Stadt Krems
(10), (11) Julia Bugram vor dem mit dem Publikumspreis ausgezeichneten Werk „„What does it take to smash the patriarchy” © Stadt Krems

Fotogalerie finden Sie hier

Der Publikumspreis des Erich Grabner Preises für künstlerische Grafik der Stadt Krems wurde am 18. September 2026 bei der Preisverleihung im barocken Innenhof des museumkrems an die Künstlerin Julia Bugram vergeben. Das ausgezeichnete Werk „What does it take to smash the patriarchy” konfrontiert mit einem klaren, künstlerischen Standpunkt. Es thematisiert Frauen in der Gesellschaft und konkret: Gewalt an Frauen. Der Publikumspreis wird vom Freundeskreis Erich Grabner gestiftet und ist mit 3.000 Euro dotiert. 

Die dreiteilige Werkserie „What does it take to smash the patriarchy” von Julia Bugram überzeugte das Publikum der Ausstellung paper unlimited_02, die aktuell im museumkrems zu sehen ist. Von 3. Juni bis 8. September konnten Besucherinnen und Besucher für ihr favorisiertes Kunstwerk abstimmen. Die Ausstellung zeigt 52 von der Fachjury nominierte Positionen aus mehr als 650 Einreichungen des Erich Grabner Wettbewerbs. Das Werk von Julia Bugram ging aus diesen beim Publikumsvoting als klarer Favorit hervor. Die Resonanz auf das Publikumsvoting war groß, berichtet Gregor Kremser, Initiator des Erich Grabner Preises und Leiter des museumkrems, bei der Preisverleihung. Mit mehr als 850 gültig abgegebenen Stimmen übertraf es die Erwartungen.

In der Eröffnungsrede der Preisverleihung führte Kulturgemeinderätin Elisabeth Kreuzhuber die Bedeutung der „grundlegenden, unentbehrlichen Arbeit“ von Künstlerinnen und Künstlern an der Gesellschaft aus. „Die Kunst und deren freie Ausübung ist Voraussetzung für die Weiterentwicklung einer liberalen, offenen und vielfältigen Gesellschaft, die in Frieden lebt, und für eine solche Gesellschaft wollen wir stehen.“

Doris Denk, Bereichsleiterin für Kultur, Bildung und Tourismus der Stadt Krems, sieht den Publikumspreis als Gegenentwurf zum Jurypreis. Der Publikumspreis ist „eine besondere Kategorie“ und ein Aufruf an alle, die Stimme abzugeben und zu sagen „Was euch bewegt, was euch berührt, was euch zum Staunen oder zum Lachen bringt“. 

Im Gespräch mit Doris Denk führt Hannelore Grabner, die Witwe des ehemaligen Kremser Bürgermeisters Erich Grabner, nach dem der Kunstpreis der Stadt benannt ist, ihren persönlichen Zugang zum Publikumspreis aus: „Man schaut viel genauer, als wenn man nur durch die Ausstellung geht. Man muss sich mit dem Bild auseinandersetzen. Ich sehe das als eine Möglichkeit, der Kunst näher zu kommen.“

„What does it take to smash the patriarchy”

Das mit dem Publikumspreis ausgezeichnete Werk „What does it take to smash the patriarchy” von Julia Bugram konfrontiert mit einem klaren, künstlerischen Standpunkt. Es thematisiert Frauen in der Gesellschaft und konkret: Gewalt an Frauen.

45 und 18. Diese Zahlen zitiert die Künstlerin in ihrer Rede. Es sind Zahlen der Autonomen Frauenhäuser: In diesem Jahr 2026 gab es bereits 45 Fälle an schwerer Gewalt und 18 Morde an Frauen. Julia Bugram stellt klar: „Kaum ein Tag vergeht, an dem wir nicht über Gewaltverbrechen an Frauen*, Kindern, der Gesellschaft lesen. Es reicht. Es muss sich etwas ändern. Ein erster Ansatz ist das Aufbrechen eben jener patriarchalen Denkstrukturen, die vieles davon begünstigen oder gar verursachen. Es liegt an uns, diese Strukturen aufzubrechen.“ (zit. instagram.com/_.jubu._/)

Die Künstlerin ruft in ihrer Dankesrede auf: „Wenn Ihnen etwas auffällt, sehen Sie hin, bieten Sie Hilfe an. Gewalt können wir nie tolerieren. Machen wir darauf aufmerksam und ändern wir etwas.“ Und wirft zum Schluss die Frage auf: „What does it take to smash the patriarchy”?

„Kunst ist politisch“, so Julia Bugram. Dies wirkt sich für die Künstlerin auf die Themensetzung ihrer Arbeit und auch auf die Wahl der technischen Mittel aus. Farbe soll nicht vom Inhalt ablenken, so die Künstlerin. Dem folgt das technische Prinzip des ausgezeichneten Werkes „What does it take to smash the patriarchy”: eine dreiteilige, monochrome Zeichnung mit Bleistift.

Diese Auszeichnung ist der Schlusspunkt des Erich Grabner Preises für künstlerische Grafik der Stadt Krems 2026. Julia Bugram gewinnt den Publikumspreis. Die Jurypreise wurden im Juni vergeben und gingen an Payer Gabriel (Preis der Stadt Krems), Michail Michailov (Preis des Landes Niederösterreich), Desislava Unger (Preis des Stiftes Göttweig) und Katharina Sauermann (Preis des Rotary Club Krems-Wachau).

Bürgermeister Peter Molnar zeigte sich erfreut über den Erfolg des von der Stadt Krems biennal ausgelobten Kunstpreises. „Es ist unglaublich, wie viele Künstlerinnen und Künstler eingereicht haben, wie viele Menschen die Ausstellung paper unlimited_02 besucht und beim Publikumsvoting mitgemacht haben. – Wir sind sehr gespannt auf die dritte Ausgabe des Erich Grabner Preises 2028!“

Über die Künstlerin Julia Bugram

Julia Bugram (*1988, Österreich) ist interdisziplinäre Künstlerin. Sie studierte an der Kunstschule Wien, der Universität für angewandte Kunst Wien und an der Wirtschaftsuniversität Wien. Ihre Arbeiten wurden national und international gezeigt, u. a. im Künstlerhaus Wien, Nordico Linz, SAC Bucharest, Kulturforum Istanbul, Künstlerhaus S11 in Solothurn sowie im Mat Dot Art Center in Bangkok. Sie ist Vorstandsmitglied des feministischen Künstlerinnen-Netzwerks IntAkt sowie Mitglied im Künstlerhaus Wien und Saloon Vienna.

In ihrer künstlerischen Praxis verarbeitet Julia Bugram persönliche und kollektive Erinnerungen – besonders jene, die Frauen* über Generationen geprägt haben: Erfahrungen von Sichtbarkeit und Unsichtbarmachung, Widerstand und Anpassung. Ihre Arbeiten hinterfragen patriarchale Narrative und den Male Gaze, sie suchen nach neuen Bildern und Perspektiven jenseits normativer Zuschreibungen. 

„Kunst verstehe ich als radikalen, kreativen Akt: als Raum für Kritik, Solidarität und neue Formen des Miteinanders“, so die Künstlerin in ihrer Einreichung zum Erich Grabner Preis 2026.

www.juliabugram.com
instagram.com/_.jubu._/

 

Ausstellung paper unlimited_02 im museumkrems (bis 15. November 2026)

Die ausgezeichneten Kunstwerke sowie alle für den Erich Grabner Preis 2026 nominierten Arbeiten sind bis 15. November 2026 in der Ausstellung paper unlimited_02 im museumkrems zu sehen. Die Ausstellung bietet einen faszinierenden Einblick in die aktuelle Kunstszene und zeigt die Vielfalt zeitgenössischer Grafik in Österreich.

Diese 52 Arbeiten wurden aus über 650 Einreichungen von der Fachjury ausgewählt. Künstler:innen der Ausstellung paper unlimited_02:

GREGOR BELANCIC PIRKER | BOSKO | JULIA BUGRAM | SEVDA CHKOUTOVA | ELISABETH CZIHAK | SOPHIE DVOŘÁK | DAVID EISL | TOM ELLER | HERIBERT FRIEDL | NIKOLAUS GANSTERER | SIMON GORITSCHNIG | BARBARA HÖLLER | MICHAEL HÖPFNER | MAUREEN KÄGI | ANTONIA KASIK | PARSA KHALILI | KARL-HEINZ KLOPF | BIRGIT KNOECHL | ISABELLA KOHLHUBER | ERIC KRESSNIG | ELENA KRISTOFOR | MIRIAM LAUSSEGGER | HENRIETTE LEINFELLNER | XENIA LESNIEWSKI | LUCJA RADWAN | MICHAIL MICHAILOV | GABI MITTERER | ASSUNTA ABDEL AZIM MOHAMED | LAURENZ NÄHRER | SIMONA OBHOLZER | BETTINA PASCHKE | PAYER GABRIEL | MARIA PETERS | WENDELIN PRESSL | WERNER REITERER | KATHARINA ROSENBICHLER | BARBIS RUDER | KATHARINA SAUERMANN | JUDITH SAUPPER | WILHELM SCHERUEBL | JULIA SCHULZ | FABIAN SEIZ | SIGGI SEKIRA | KRASIMIRA STIKAR | VIKTORIA TREMMEL | DESISLAVA UNGER | KAY WALKOWIAK | ANDREAS WERNER | HANNAH WINKELBAUER | EVA YURKOVA | XIAN ZHENG | STEFAN ZSAITSITS

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Erich Grabner Preis für künstlerische Grafik

Mit dem Erich Grabner Preis für künstlerische Grafik der Stadt Krems wurde 2024 die bedeutende Tradition der Kremser Graphikwettbewerbe der 1970er Jahre in zeitgemäßer Form neu initiiert. Der biennal ausgeschriebene Wettbewerb hat zum Ziel, die Vielfalt und Qualität zeitgenössischer grafischer Kunst sichtbar zu machen und herausragende künstlerische Positionen zu fördern.

Im Mittelpunkt stehen Arbeiten auf Papier: von klassischen Drucktechniken wie Holzschnitt, Radierung, Lithografie oder Siebdruck bis hin zu Zeichnungen, Aquarellen und experimentellen Mischtechniken. Der Titel paper unlimited steht für ein offenes Verständnis grafischer Kunst und die Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen. 

Preisträger:innen 2026

Julia Bugram – Publikumspreis (gestiftet vom Freundeskreis Erich Grabner)

Payer Gabriel – Preis der Stadt Krems

Michail Michailov – Preis des Landes Niederösterreich

Desislava Unger – Preis des Stiftes Göttweig

Katharina Sauermann – Preis des Rotary Club Krems-Wachau

 

Jury 2026

Heike Eipeldauer – Kuratorin, mumok Wien

Gregor Kremser – Leiter Kulturamt Krems & museumkrems

Katharina Prerovsky – Kunsthistorikerin, Abteilung Kunst & Kultur, Land Niederösterreich

Gerda Ridler – Direktorin, Landesgalerie Niederösterreich

Nina Schedlmayer – Kunstkritikerin, Journalistin & Kuratorin

Jasper Sharp – Kurator und Kunsthistoriker, Direktor a. D. Phileas Wien

 

Preisträger:innen 2024

Marianne Lang – Publikumspreis (gestiftet vom Freundeskreis Erich Grabner)

Alexandra Kontriner – Preis der Stadt Krems

Ernst Lima – Preis des Landes Niederösterreich

Oswald Auer – Preis des Stiftes Göttweig

Leonhard Lorenz Knabl – Preis des Rotary Club Krems-Wachau

Jury 2024

Elisabeth Dutz – Kuratorin, Albertina Museum Wien

Alexandra Grausam – Mitbegründerin und Kuratorin, das weisse haus Wien

Gregor Kremser – Leiter Kulturamt Krems & museumkrems

Alexandra Schantl – Sammlungsleitung Kunst nach 1960, Landessammlungen NÖ

Jasper Sharp – Direktor, Phileas Wien

Florian Steininger – Direktor, Kunsthalle Krems

 

Österreichische Graphikwettbewerbe 1970er-Jahre

Mit den Österreichischen Graphikwettbewerben, die 1970, 1973 und 1976 in Krems stattfanden, etablierte sich die Stadt bereits früh als bedeutender Standort für zeitgenössische Grafik. Schon der erste Wettbewerb stieß auf große Resonanz: Mehr als 200 Künstler:innen reichten rund 800 Arbeiten ein und lösten eine breite öffentliche Diskussion aus. Während damals in den Medien über den „Sinn und Unsinn der Abstraktion“ debattiert wurde, entwickelte sich die Ausstellung der prämierten Werke zu einem Publikumsmagneten.

Die Wettbewerbe spiegelten die zentralen künstlerischen Fragestellungen ihrer Zeit wider. Inhaltlich standen Themen wie Technik, Natur und Mensch im Mittelpunkt, während sich stilistisch und technisch eine große Bandbreite zeigte. Auch die Wettbewerbsbedingungen entwickelten sich weiter: 1970 waren noch sämtliche grafischen Techniken zugelassen, 1973 beschränkte sich der Wettbewerb auf Druckgrafiken und Aquarelle, und 1976 wurden ausschließlich Originalgrafiken wie Holzschnitt, Radierung, Siebdruck oder Lithografie berücksichtigt.

Die Hauptpreise gingen an Peter Pongratz (1970), Erich Steininger (1973) und Linde Waber (1976).

Diese historischen Graphikwettbewerbe bilden das Fundament des heutigen Erich Grabner Preises, der 2024 neu initiiert wurde. Der Preis trägt den Namen des ehemaligen Bürgermeisters Erich Grabner, der sich mit großem Engagement für die kulturelle und künstlerische Entwicklung der Stadt Krems eingesetzt hat.

 

paper-unlimited.at

 

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  • Körnermarkt 14
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  • +43(0)2732/801-567
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